Es muss nochmal ein Lobgesang auf unseren betagten Chevy Venture abgehalten werden. Zu seinen Ehren also noch ein paar Bilder:
Toll ist, dass alle Sitze separat und einfach herausgenommen werden können. Nimmt man alle hinteren Sitze raus, hat man einen beachtlichen Transporter. Den brauchte ich auch am Samstag: Zur Wohnzimmereinrichtung gehört ab sofort (neben Wäscheständer 1 und 2) ein (sackschweres) Sofa mit Ausklappbett. Im Prinzip das, was wir schonmal hatten nur dreimal kleiner, aber genauso schwer. Erstanden bei Craigslist, der Gebrauchtwarenbörse Nordamerikas.
Ein Sofa muss einfach sein, denn auf lange Sicht sind die IKEA-Stühle in der Küche nicht wirklich für gemütliche Abendstunden geeignet- Hand aufs Herz, das ginge euch auch so. Folglich hatte ich mit meinem Chevy den Auftrag erhalten, das von Mira ausgespähte Sofa von Fraser and Mainstreet abzuholen. Eine abendliche Ausfahrt von ca. 40 Minuten im Berufsverkehr – one way. Prima. (By the way: Autofahren ist in Vancouver sehr entspannt, wirklich. Ganz ohne die Berliner Aggressionen. Alles easy und locker. Großes Lob an die Kanadier!)
Bei Brent und Ashley (den Sofavorbesitzern) angekommen stellt sich heraus: Das Sofa im Sousterrain paßt weder die steile Treppe rauf (also wieder runterschleppen- Brent und ich), noch durch den Türrahmen am Treppenkopf. Brent ist stinkesauer auf Ashley, denn Ashley hat nur an die Kohle gedacht und weder (a) Brent noch (b) uns rechtzeitig Bescheid gesagt, dass (a) wir kommen bzw. (b) das Sofa nicht durch den Flaschenhals passt. Also hämmert Brent (der auch unter zunehmender Akkumulation von Schweißperlen) kontinuierlich, freundlich und best-buddy-mäßig zu mir ist, an den Türschanieren rum nachdem er den Türrahmen schon vor meiner Ankunft einseitig rausgerissen hat. Das weckt natürlich den Säugling und Ashley ist eisig wutentbrannt – versucht aber, sich nichts anmerken zu lassen. Nach weiteren Hammerschlägen erzähl ich Brent, dass ich Tischler bin, und dass er die Scharnierbolzen auch (nahezu) lautlos von unten aus den Scharnieren bugsieren kann. Gemeinsam, in deutsch-kandischer Kollaboration, hängen wir die Tür aus, schrauben noch die Sofafüße ab (geschraubt mit kanadischen „Squareheads“: Schrauben mit Vierkantantrieb- nix Kreuz oder Schlitz, geschweige denn Sechskant oder Torx…was für ein Gemurckse) und schleppen, zerren und wuchten das schwere Teil die steile, enge Treppe hoch und hinein in das Raumwunder: Chevy Venture.

Dreisitzer mit Kissen im Heck
Als alles verladen ist, düst Brent von dannen- „I`ll have a beer!“. Und Ashley bleibt allein zurück. Ich glaub das gab noch Mecker…
Später am Abend hat uns dann ein netter Fußgänger beim Ausladen und ins Haus tragen geholfen und nun sitzen wir hier, auf unserem neuen Ashley und Brent-Sofa.
Die Fahrradsuche
…verlief bis heute Ergebnislos 😉 Aber davon beim nächsten Mal- inklusive Fahrbericht!
C.