Vermischtes

Hallo aus Vancouver! Zunächst die gute Nachricht: die Backe ist dank Antibiotika abgeschwollen, der Zahn schmerzfrei und reizarm. Die Kehrseite: 1500$ Kosten. Den Rest (575$!) übernimmt die Zahnversicherung. Die habe ich bereits mit den Studiengebühren bezahlt.

Es lebe das Deutsche Krankenkassensystem! Also warten und hoffen, dass der Zahn (und alle anderen knapp 100 Zähne aller Reiseteilnehmer) erstmal ruhig bleibt. Dann kann das Thema in Deutschland wieder aufgenommen werden. Nicht gerade optimal, aber der einzige Weg. Hier kann ich das nicht beheben lassen.

Ja, die Kasse. Sie ist ordentlich zusammengeschmolzen und manchmal wird es mir ganz schön bange. Anfang Januar steht die letzte große Studiengebühr noch auf der Kostenliste, danach müssen wir ganz ruhig bis zu Ende durchkommen. Es wird knapp, trotz aller Vorsichtsmaßnahmen und Unterstützung, für die wir sehr dankbar sind.

Tja, dann vor zwei Tagen, plötzlich und unerwartet: Schnee! Da haben wir total Glück, denn er blieb liegen und es ist recht kalt. So um die 0 Grad tagsüber. Und das Beste: Ab Morgen soll es drei Tage durchschneien! Für Vancouver eine absolute Rarität, da werden wir vom Wetter doch reichlich verwöhnt. Wir freuen und sehr und der Schlitten (den Cuno im Sommer gefunden hat) steht zur Abfahrt bereit. Nicht so unser Chevy: Mit dem Winter kam der Tod der Autobatterie- Cuno hatte noch dazu die Innenbeleuchtung angelassen. Da war dann nichts mehr zu machen. Aber die UBC ist auf so etwas perfekt vorbereitet. Ein kurzer Anruf bei UBC Security und zehn Minuten später war der Jumpstart Service da und hat uns Starthilfe gegeben. Damit kamen wir dann bis in die Stadt und nach 45 Minuten Fahrt riskierten wir den Wagen auszumachen, einzukaufen, und wieder zu starten: Zonk! Blöde Idee. Diesmal musste ein Yellow Cab Taxi zur Starthilfe herangezogen werden. Das klappte auch gut, kostete aber gleich 20$. Morgen früh werde ich mit Cuno eine neue Batterie kaufen gehen…

Den Kindern geht es total gut, nach wie vor. Unglaublich was die für eine tolle Energie haben. Und was die essen. Es ist sagenhaft. Wir können kaum so viel Futter anschleppen; manchmal fühle ich mich wie eine Lärche die zwei Kuckucke aufziehen muss… Aber es ist für uns eine große Freude zu sehen, wie toll die beiden auf ihre nicht mehr ganz so neue Umgebung reagieren.

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Es geht uns gut!

An Almas Geburtstag waren wir im Vancouver Aquarium. Das war sehr schön und wir haben uns eine Mitgliedschaft gekauft. (War nur doppelt so teuer wie der reguläre Einzeleintritt.) Jetzt kann ich mit den Kindern immer hin und Mira kann sich eine kleine Pause gönnen. Die ist auch dringend nötig. Zum Glück habe ich jetzt keine Vorlesungen mehr, nur noch zwei Prüfungen und dann ist erstmal Winterweihnachtsbabypause angesagt!

Unser Haus ist uns ein Zuhause geworden, wir fühlen uns hier wohl. Lediglich der enorme Sparzwang macht mir hier und da zu schaffen und drückt kurzzeitig die Stimmung. Dennoch möchte ich mich nicht beschweren, wir sind jetzt schon zu anderen Menschen geworden, haben das Leben und all die Geschenke schätzen gelernt, haben neue Freunde gewonnen und viel Unterstützung erhalten. Das sind Wohltaten, die uns als Familie mehr und nachhaltiger helfen als alle Dollar. Und ausserdem: Irgendwie gehört diese Unsicherheit auch dazu, wir sind ja hierher gekommen um etwas zu riskieren, etwas zu probieren und am Ende zu profitieren. Und das tun wir. Wir haben jetzt schon eine neue Einstellung gegenüber uns als Teilen der Gesellschaft, uns als Deutsche und Berlin als Heimatstadt in Deutschland. Das finde ich sehr positiv. Und trotz all der heiklen europäischen und deutschen Nachrichten (von denen wir hier ehrlich gesagt etwas weniger mitbekommen), schätzen wir unsere Heimat heute mehr als vor einem halben Jahr.

Und was das Studium anbetrifft: Ein Volltreffer. Ich lerne so viel und meine Noten sind gut. Ich kann die Waage zwischen lernen, studieren und Familie gut halten, auch und vor allem Dank Mira. Und ich habe eine Lücke geschlossen, die sonst für immer offen geblieben wäre: Studieren im Ausland und zum Abschluss einen Mastertitel einer der anerkanntesten, führenden Forstuniversitäten auf der Welt. Danke!

Liebe Grüße an euch zu Hause aus Vancouver!

PS: Ich werde übrigens zum Star in der Fakultät. Mein Konterfei und das einer Kommilitonin leuchtete neulich (schwarz und weiß- kleiner Wortwitz) von den großen Screens im Forstgebäude auf die Studenten herab: Ich war auf der offiziellen UBC Faculty of Forestry Instagram Seite zu sehen und für ein paar Sekunden berühmt 🙂

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