(K)eine weiße Weihnachtsgeschichte

Vancouver lag im Dezember größtenteils verschneit da, stetig wurde die Schneedecke erneuert und Tageshöchsttemperaturen um 0 Grad sorgten für anhaltende Pracht. Das haben wir redlich ausgenutzt (schneestapfen, Rodeln), als Berliner sind wir ja auch nicht wirklich viel Schnee gewohnt- schon gar nicht um Weihnachten herum. Aber diesen Gefallen wollte uns auch Vancouver nicht tun. Pünktlich zum heiligen Abend haten wir fast zehn Grad plus und jede Menge Matsch.

Cuno, Alma und ich haben aber einen schönen Weihnachtsspaziergang zum Wreckbeach gemacht. Während dieser Zeit muss der Weihnachtsmann zu uns gekommen sein…Hier ein paar Bilder vom Spaziergang:

 

 

Obgleich der hohen Temperaturen erstrahlte unser zum perfekten Kegel zurechtgestutzter Weihnachtsbaum (eine Douglasie – so Canadian!) in herrlichem Glanz: eine Popcornkette, zwei Lichterketten, selbstgebastelter Glitterschmuck und Candycanes aus Perlen, und eine erstaunliche Menge Kugeln funkelten und blitzen, nur überstrahlt vom Blitzen der Auspacklust und Vorfreude auf die Geschenke in den Augen von Cuno.

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Alma war leider krank, ich hatte mich wohl zuviel über die anhatende Gesundheit der Familie gefreut. Daher war sehr zeitig Schluss mit Bescherung. Der selbstgemachte Berliner Kartoffelsalat (habe ich sogar über Nacht ziehen lassen) wurde von den Kindern allerdings verachtet. Alma war zu fiebrig und Cuno hatte plötzlich Bauchschmerzen. Mira und ich waren immerhin kurz geschmacklich begeistert und nach dem Mahl gingen wir alle frühzeitig ins Bett, in Sorge um die Kids und irgendwie geknickt- kurzer Weihnachtsblues, dennoch frohes Fest!

Frühmorgens am zweiten Feiertag setzten bei Mira die Wehen ein. Gleichzeitig schneite es wie aus Kübeln, und als es hell wurde war alles wieder weiß. Mitten im Schneegestöber wurde dann am späten Nachmittag unser kerngesunder Sohn Ruben geboren. Doch noch eine weiße Weihnacht und eine lang anhaltende Bescherung!

Die Anteilnahme in der Siedlung  an der Geburt von Ruben ist riesig, eine Nachbarin hat den Mealtrain für uns organsiert: Seit Rubens Geburt gab es jeden Abend ein warmes Abendessen von Nachbarn aus der Siedlung um uns in der neuen Situation zu unterstützen und Ruben willkommen zu heissen. Diese Unterstützung durch Menschen die wir kaum kennen ist eine wunderbare Erfahrung, und wir genießen sie sehr. Sie motiviert uns bessere Menschen zu werden und selber mehr Initiative in Sachen Menschlichkeit, Offenheit und Gastfreundschaft zu ergreifen. Und davon können wir alle in Berlin, Deutschland, Europa und der Welt gerade ne ganze Menge gebrauchen, so glaube ich.

Ab jetzt geht es zu fünft weiter durch unser Vancouver Abenteuer. Noch fünf Monate liegen vor uns- wo ist nur die Zeit geblieben? Bis Anfang April gehen die Vorlesungen, Ende April ist an der UBC alles vorbei. Mitte Mai bekommen wir besuch aus Berlin und Ende Mai beenden wir unser Auslandsjahr in BC. Bis dahin & alles Gute!